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Lossprechungsfeier in der Sparkasse Saarbrücken

„Es war nicht immer leicht, aber jetzt ist es geschafft!“, zeigt sich die 25jährige Junggesellin  Juana Klosa zufrieden mit ihrem Abschluss nach der dreijährigen Lehrzeit. Gemeinsam mit 56 weiteren ehemaligen Azubis im Schreinerhandwerk nahm sie nun bei der Lossprechungsfeier im Beratungscenter der Sparkasse Saarbrücken ihren Gesellenbrief in Empfang.  Ebenfalls ihre Zertifikate erhielten acht Raumausstatter/Innen und vier Fachpraktiker. Bis zum letzten Platz war das Forum der Sparkasse mit den vormaligen Auszubildenden, Angehörigen, den ausbildenden Betrieben und den Berufsschullehrer besetzt und bildete zum wiederholten Male den festlichen Rahmen für diese Veranstaltung. Der gastgebende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Hans-Werner Sander, verwies in seinem Grußwort auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Lossprechung oder Freisprechung. Der Jahrhunderte alte Brauch hat nichts mit dem Sündenerlass zu tun, wie die Lossprechung außerhalb des Handwerks oft verstanden wird, sondern entbindet die Auszubildenden von den Verpflichtungen des erfolgreich erfüllten Lehrvertrags.  

Sander beglückwünschte die Junghandwerker zu ihrem Erfolg, der auf Fleiß, Engagement aber auch auf Entbehrungen während der Lehrzeit zurückzuführen ist. Dass den frisch gebackenen Gesellen/innen viele berufliche Wege offen stehen, betonte HWK-Vizepräsident Holger Kopp
„Wagen Sie den Schritt zum Meister, wer ehrgeizig ist, hat im Handwerk allerbeste Chancen, um erfolgreich zu sein“, ermunterte der Steinmetz- und Steinbildhauermeister die anwesenden Jugendlichen. „Finden Sie den Goldenen Mittelweg zwischen dem traditionellen Handwerk und der Digitalisierung“, sagt Kopp und zeigte die Perspektiven eines modernen Handwerks auf um wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Sie geben jungen Menschen ein Beispiel, wie kreativ, wie herausfordernd und wie erfüllend eine Beschäftigung im Handwerk sein kann“, betonte MdL Peter Strobel (CDU) in seinem Grußwort. Als Jurymitglied des Kreativpreises konnte sich der Vorsitzende des Ausschusses Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr im saarländischen Landtag vom hohen Qualitätsstand der Schreinerarbeiten überzeugen. „Wir müssen weg von dem Gedanken, dass eine akademische Ausbildung besser ist als eine kaufmännische Ausbildung oder eben das Erlernen eines Handwerks“, erklärte Strobel und verwies auf die Zahlen im saarländischen Handwerk mit rund 12.000 Betrieben, 64.000 Arbeitnehmern und rund 2.500 jungen Menschen, die jährlich eine qualifizierte Ausbildung erhalten und die Gelegenheit haben sich permanent weiterzubilden und zu entwickeln. „Die Politik ist gut beraten, die Rahmenbedingungen des Handwerks stetig zu verbessern und zwar von der Ausbildung bis zur einzelbetrieblichen Förderung von Innovationen und Investitionen, betonte der Landtagsabgeordnete abschließend.

 „Gerade die Meisterbetriebe des Handwerks sind auch diejenigen, die Traditionen und Fertigkeiten den Herausforderungen der Zeit anpassen und an die nächste Generation weitergeben. Sie bieten damit Beschäftigungsperspektiven für junge Menschen. Wenn aus Ideen neue Produkte und Arbeitsplätze entstehen sollen, brauchen wir gut ausgebildete und tüchtige Arbeitnehmer. Wir brauchen aber auch die Unterstützung des Staates durch vernünftige Rahmenbedingungen und entsprechende Bildungschancen“, erklärte Landeslehrlingswart und stellvertretender Landesinnungsmeister Peter Dincher. „Wir haben hier im Saarland die Schreinerausbildung modernisiert. Durch einen überbetrieblichen Lehrgang im Bereich CNC-Technik, einer modernen 5-Achs-CNC-Maschine und einem entsprechenden Computer-Schulungsraum sind und bleiben wir zukunftsfähig. Außerdem arbeiten wir an neuen digitalen Möglichkeiten für unsere Berufe“ hob Dincher hervor.

Sein Dank galt dem Bildungsministerium für die rasche Umsetzung des Berufsschulunterrichts ab dem Schuljahr 2017/18, vom Blockunterricht hin zur Regelung 2+1 (abwechselnd zwei bzw. ein Berufsschultage in der Woche).

Alle Lehrlinge, die jetzt im Sommer ihre Lehrzeit beendet haben, waren aufgerufen, ein Gesellenstück zu entwerfen. Entsprechende Unterstützung konnten die Lehrlinge von ihrem Ausbildungsbetrieb und den Berufsschulen erhalten. In Betracht kommen dabei Kleinmöbel, die dann bestimmte Details bzw. Schwierigkeiten enthalten müssen. Die Fertigungszeit in der Lehrwerkstatt darf nicht mehr als 40 Stunden betragen. Der Berufsbildungsausschuss hatte sich dann letztendlich für einen Schreibtisch entschieden, der von Juana Klosa aus Saarbrücken, beschäftigt bei W3rkraum, Möbel, Design, Schreinerei GmbH & co. KG,in Saarbrücken, entworfen wurde. Sie belegte damit den ersten Platz des diesjährigen Wettbewerbes. Den zweiten Platz belegte Antonia Koch aus St. Ingbert, beschäftigt bei der Firma Sven Hochmann, St. Ingbert, die einen Schuhschrank konzipierte. Ihr Vorschlag wird jetzt in der kommenden Winterprüfung umgesetzt. Dritter des Wettbewerbes wurde Johannes Roth, Homburg, beschäftigt bei der Schreinerei Andreas Roth und Stefan Roth GdbR, Homburg,  der   ein  TV-Möbel als Entwurf eingereicht hatte.

Alle drei Gewinner erhielten eine Urkunde und einen Geldpreis. Der Glückwunsch galt auchm dem Jahrgangsbesten der Sommergesellenprüfung, Yannik Rodner aus Illingen. Er hatte das beste Gesellenstück gebaut und 95 Punkte erzielt. Ausbildungsbetrieb ist die Firma Azzaretto GmbH aus Klarenthal. Insgesamt haben 57 Teilnehmer das Prüfungsziel erreicht. Das bedeutet, dass rund 84 % der Teilnehmer bestanden haben. Des Weiteren ist positiv zu vermerken dass 17 Prüflinge die Voraussetzungen für die Teilnahme am Praktischen Leistungswettbewerb erfüllt haben.

Einen besonderen Dank richtete Geschäftsführer Michael Peter an die Förderkreismitglieder von Innung und Verband für die Präsente, die für die erfolgreichen Prüfungsteilnehmer zur Verfügung gestellt wurden. Sachpreise wurden gestiftet von der Firma Hees & Peters, Trier, Leyendecker Holzland GmbH & Co. KG, Trier und der Firma Videre-Alsfasser, St. Wendel.

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